Gemäldegalerie
Alexander Detro 1873 - ? München - Schüler von Johann Caspar Herterich (1843-1905)
Rubens, His Wife Helena Fourment (1614–1673), and One of Their Children
mid–late 1630s
Rubens In His Garden With Helena Fourment
1884-1920
723
Alexander
Detro
20.10.1890
aus Pinerolo (Italien)
Ludwig Bürgel 1901 Wien - 1980 Salzburg
E. Elsner
S. Osietka
François Franc 1926 - 1989
Skirmuntl
C. Roesberg Düsseldorf
Wilhelm von Kleist - Winterlandschaft am Niederrhein
Otto Buhmann
Carl Diergart
Paul Vogelsanger geb. 1882 München / Neubühl , Zürich
1
Helmut Reuter - Düsseldorf 1913 - 1985
Weber
Enrico Hohenberger 1834-1897 Trieste
K. Daum
Köppe 1844 oder 1944 Öl auf Tuch
Regor
Emmanuel Meyer ( French 1836 )
Mutter Gottes
Mutter Gottes mit Kind
Maria mit dem schlafenden Jesuskind nach Guido Reni 1575 – 1642
Handgeschnitzter Rahmen - Öl auf Kupfer
Außergewöhnliche Darstellung des Ecce Homo nach Guido Reni gemalt um 1750
Unbekanntes Biedermeier Portrait
Lucien Claude Alexandre Berthault 1854 - 1921
A. Lorentzen
Unbekannter Meister
Friedrich Josef Nicolai Heydendahl - German 1844-1906
Albert Rieger Triest 1834-1905 Wien
Helmuth Messner
Josef Ohligschläger 1877-1959
2
1
Paul Kassenberg
Friedrich Carl Jung ( Michele )
Kreuzwegstationen für den Speyerer Dom?
Merkwürdigkeiten und Missverständnisse um einen (nicht erteilten) Auftrag und eine nie vom Bahnhof abgeholte Sendung
Von Clemens Jöckle
Im Herbst 1967 traf in der Speyerer Stückgutabteilung des Bahnhofs eine große Holzkiste ein, abgesandt in Bad Berneck im Fichtelgebirge von einem gewissen F. C. Jung-Michèle. Ihr Inhalt ist durch den Frachtzettel dokumentiert: ''14 auf Leinwand gemalte, auf solide Holzkeilrahmen aufgezogene Kreuzwegstationen'' für den Speyerer Dom. Der Adressat, das Speyerer Domkapitel war ratlos, niemand wusste von einem für den Dom bestimmten Kreuzweg, vom dafür ergangenen Auftrag. Wohl fand damals eine ausgiebige Diskussion um die Frage einer eventuellen Erneuerung des Kreuzweges statt. Man entschied schließlich, dass die Figurenreliefs der Kreuzwegstationen von Gottfried Renn aus dem Jahr 1877 im Dom ihrer Rahmung entkleidet und sonst an den bisher angebrachten Stellen längs der Seitenschiffwände des Langhauses verbleiben.
Das vom ''neuen'' Kreuzweg überraschte Domkapitel verweigerte folgerichtig die Annahme der Sendung. Daraufhin sollte sie an den Absender zurückgehen, doch der verweigerte seinerseits den Empfang, so dass diese Kiste in der Gepäckaufbewahrung des Speyerer Bahnhofs gelagert werden musste. Schließlich wurde sie als nicht zustellbare Sendung nach einem Jahr zu einem Mindestgebot in Höhe der aufgelaufenen Gebühren auf einer Auktion versteigert.
Der Maler dieses Kreuzweges war auch der Absender. Er behauptete, selbstverständlich einen Auftrag aus Speyer erhalten zu haben und dann ans Werk gegangen zu sein. Mangels fehlender Archivalien lässt sich dazu nichts mehr feststellen. Aber Jung lehnte sich nicht gegen die Entscheidung des Domkapitels auf, hat auch keinen Versuch unternommen, den vermeintlichen Auftrag durch Vorlage entsprechender Briefe oder Dokumente zu belegen oder gar auf dem gerichtlichen Prozessweg sein Honorar zu erstreiten. Aber er muss die Kiste im Speyerer Bahnhof visitiert haben, denn die skurrile Erscheinung dieses Malers ist den damals in der Gepäckaufbewahrung beschäftigten Mitarbeitern der Bundesbahn durchaus in Erinnerung geblieben. Gegen die Kirche wolle er nicht prozessieren, habe er sich geäußert. Offensichtlich war der Beweis für den Auftrag so leicht nicht zu beschaffen. Der Künstler dürfte vielmehr Opfer sowohl seiner eigenen nicht an der Realität orientierten Wunschbilder als auch einer gewissen Berechnung geworden sein.
Wie Friedrich Carl Jung-Michèle von den Überlegungen um einen Kreuzweg in Speyer erfahren hat, wissen wir nicht. Vielleicht hat er sich bei einem rheinland-pfälzischen Politiker oder Geistlichen unter Hinweis auf seine pfälzische Herkunft nach einer möglichen Mitwirkung erkundigt und aus einem vielleicht launigen Vorschlag, doch mal etwas vorzulegen, in seiner übersteigerten Wesensart einen Auftrag abgeleitet. Es ist aber ebenso möglich, dass dieser Auftrag nur in seiner Phantasie entstanden ist und er sich selbst den Befehl gab, 14 großformatige Stationen (mit den Maßen circa 90 mal 70 Zentimeter) auf Sackleinen mit Ölfarben zu malen und nach Speyer zu schicken. Entstanden sind die Gemälde hauptsächlich 1967, denn auf der Rückseite der XIV. Station, der Grablegung Christi, hat Jung-Michèle vermerkt, dass er die Entwürfe zu dem Gemälde am Todestag Konrad Adenauers, am 19. April 1967, gefertigt hat.
Jung-Michèle hat sich ikonographisch bei seinen 14 Stationen an das im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bevorzugte ein- und zwei Figurenbild angelehnt beziehungsweise nur die Andeutung der Vielfigurigkeit in den Szenen belassen, wo sie thematisch auch gefordert war. Damit stand Jung-Michèle nicht mehr auf der Höhe der Zeit, denn seit 1960 beschränkten sich die Kreuzwege in den Kirchen auf eine Bildsprache in sparsamster Linienführung (Hans Dumler in St. Nikolaus, 1962/63 oder Théo Kerg in St. Andreas in Mannheim-Neckarhausen von 1960). Erst nach 1970 finden sich wieder figurativ gestaltete Kreuzwegszenen, zum Beispiel von Georg Günther Zeuner in der Klosterkirche des Instituts St. Dominikus in Speyer.
Stilistisch hielt sich Jung bei diesem Gemäldezyklus an eine damalige in der Kunstgeschichte inzwischen längst als epigonal erkannte und wirkungslos verpuffte Tendenz, der die fest umrissene figurative Gestalt ihrer Plastizität entkleidet und als Gestaltzeichen auf der Bildfläche aufgefasst hat. Dieser rudimentären, nicht räumlichen Form des menschlichen Körpers entspricht eine ebenfalls ornamentale auf der Bildfläche als einzig zulässiger Ebene verbleibende Farbigkeit. In räumlichen Dimensionen sind demgegenüber nur das Kreuz Christi und gelegentlich die Fußstellungen einzelner Figuren angelegt. Dabei treten die Kreuzbalken bedrohlich aus der Bildfläche heraus, nehmen aber in seiner Farbgestaltung den jeweiligen Ton der Umgebung an. Es kommt so zu einer eigentümlichen Extraktion landschaftlicher Bildräume, in der sich die einzelnen Stationen des Kreuzweges abspielen.
Der Bildhintergrund setzt sich in der oberen Bildhälfte aus Farbstreifen zusammen, die ornamental übereinander gestaffelt, diagonal verlaufen. Diese Farbstreifen ziehen sich wellenförmig über den Figuren hin. Die untere Bildhälfte wechselt gegenüber den unregelmäßigen, streifenförmigen Anordnungen zu Additionen pastos aufgetragener Bildflecken, die ein teppichhaftes Muster ergeben.
Die Figuren weisen eine eigentümlich kubistisch-ornamentale Formensprache mit weit vorangetriebener Tendenz zum Ornamentalen auf. Dies sieht man an der V. Station ''Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen'' oder der IV. Station ''Jesus begegnet seiner Mutter Maria'', wo die Gewänder unstofflich und kantig abstehen und die Fußstellungen sogar bildräumlich aus der Fläche hervortreten, indem sie ein Dreieck umschreiben. Außerdem schweben die Figuren vor dem Farbenhintergrund und haben alle keinen bestimmten Standpunkt eingenommen. Die vorhandenen räumlichen Perspektiven sind nicht von der gewohnten Zentralperspektive her gestaltet, sondern erscheinen als recht willkürliche Projektionen. So wurden zum Beispiel in der IX. Station, dem dritten Fall unter dem Kreuz, der Christusfigur die Gliedmaßen verkürzt, so dass sie einem Fischleib nicht unähnlich erscheint.
Die Gesichter der begleitenden Figuren sind meist nicht näher charakterisiert und erscheinen undifferenziert. Ganz anders ist dies bei der Christusfigur, deren Antlitz mit graphischen Mitteln angedeutet ist. Dabei fällt eine gewisse Vergrämtheit mit schwer hängenden oft geschlossenen Augenlidern auf, eine liniengraphisch reduzierte Expressivität, die von Holzschnitten her bekannt ist.
Die Farbigkeit verrät Anregung durch Edvard Munch, ohne dass die symbolistische Bedeutung der Farbe hier vom Künstler erfasst worden wäre. Auch bei den Gesichtern lässt sich eine Anlehnung an Munch ausmachen. Die tief eingefurchten Stirnfalten, die zusammengepressten nach vorn leicht gewölbten Lippen und die im Winkel gebrochenen Augenlider erweisen sich beispielsweise als eine Übernahme von Munchs Holzschnitt ''Der Urmensch'' von 1905. Die elliptischen Farbenkreisel, zu denen sich in der I. Station die Bildstreifen einrollen, sind ein kompositorisches Element bei Munch (beispielsweise dem Schrei, 1893). Die verschleierte Frauengruppe der VIII. Station (Begegnung mit den weinenden Frauen) erscheinen wie eine verhärtete Wiedergabe der Frauengruppe in Munchs Gemälde ''Der Sturm'' von 1893. Vermutlich hat die ausgedehnte Kopistentätigkeit des Malers sich hier ausgewirkt.
Von der Qualität her war der Kreuzweg keineswegs für den Speyerer Dom geeignet. Seine aufdringliche Farbigkeit, der teilweise unvermittelte Übergang von Fläche zu räumlicher Plastizität bei den Figuren, aber auch die Farbenbehandlung des Hintergrundes mit dem Wechsel von Streifen und Flächen zeigen deutliche Schwächen und geben von sich aus eine einleuchtende Erklärung, warum der Schöpfer der Kreuzwegbilder die Aufgabe für den Speyerer Dom nicht lösen konnte. Auch die ihre Hand vor den Leib pressende Gestalt sowie der ratlos seine Hände herabsenkende Christus in der Darstellung der Kreuzannagelung (XI. Station) zählen zu den unglücklichsten Resultaten dieser 14 Kreuzwegstationen. Der Zyklus erreicht noch nicht einmal eine durchschnittliche Qualität. Nichts ist konsequent darin durchdacht, vor allem bleibt der Eindruck des Widersprüchlichen und des Oberflächlichen, indem Rudimentäres nicht torsohaft verbleibt, Expressives nicht existentiell vertieft und Ornamentales nicht kraftvoll durchgebildet ist. Bei vielen Stationen wird auch eine gewisse Unbeholfenheit spürbar.
Die 14 Stationen
I. Jesus wird zum Tod verurteilt.
II. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. III. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. IV. Jesus begegnet seiner Mutter. V. Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen. VI. Das Schweißtuch der Veronika. VII. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. VIII. Jesus begegnet den weinenden Frauen. IX. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. X. Jesus wird seiner Gewänder beraubt. XI. Jesus wird ans Kreuz genagelt. XII. Kreuzigung - Der Tod Jesu am Kreuz. XIII. Jesus wird vom Kreuz abgenommen. XIV. Jesus wird ins Grab gelegt.
Dupont-Collector
Feurzeuge + Gemälde










































































